Seapath Tintagel – Trebarwith Strand

Gefühlt ist es eine Ewigkeit her, seit wir den letzten Küstenpfad gelaufen sind *seufz*. 2019 war der Letzte. Der Seapath von Tintagel nach Trebarwith Strand, während unseres Urlaubes in Cornwall. Und ich lehne mich dabei mal ganz weit aus dem Fenster. Es ist der schönste Küstenpfad, den wir bisher gelaufen sind.

Der Seapath führt über 5 km von Tintagel nach Trebarwith Strand durch die Natur Cornwalls. Er gehört zur 13. Etappe des “South West Coast Path“. Er ist Großbritanniens längstem Fernwanderweg und National Trail von 1014 km (630 Meilen). Vorbei an Ruinen und imposanten Steinformationen. Ein Rundwanderweg auf den Spuren von Steinbrüchen. Er führt entlang der Klippen von Tintagel, am Thunderhole Blowhole vorbei. Zum langen Sandstrand von Trebarwith Strand, welcher nur bei Ebbe sicht- und betretbar wird.

Los geht es an der mittelalterlichen Klippenkirche St. Materianas Church. Sie ist unscheinbar, besticht aber mit ihren Reliquien und der normannischen Schrift. Sie stand einst in der Kapelle von Tintagel Castle. Ein mystischer Ort, mit keltischen Kreuzen und Krähen im Wind. Hier ist es einsam, aber wunderschön. Eine Krähe tut mir sogar den Gefallen, sich auf einem keltischen Kreuz niederzulassen. Und ganz still zu halten, während ich sie fotografiere.

 

Der Weg führt immer über die Klippen, die rechts von uns steil ins türkisblaue Meer abfallen. Hier könnte ich ununterbrochen in Serie fotografieren und kann mich kaum an der Weite und der rauen Landschaft satt sehen. Links flankieren uns Wiesen, auf denen Schafe weiden und Felder. Mit einer ebenso schönen und weiten Aussicht.
Es geht über Stock und Stein, schmale Pfade, an denen die Füße gerade mal vor einander gesetzt Platz finden. Und auch über kleinere Kletterpassagen über angelegte Stein- und Holzstufen. Ich bin mehr als einmal froh, meine Trekkingstöcke dabei zu haben, denn meine kurzen Beine kommen hier an ihre Grenzen. Zwischendurch hilft mein Mann, aber meist schaffe ich es allein und kämpfe nicht nur mit den Stufen. Sondern auch mit dem starken Wind, der uns stellenweise ins Wanken bringt.
Wir passieren leuchtendes Heidekraut, schroffe Felsformationen und leuchtend türkises Meer. Möwen, kreischen über uns und wir werden am Ende mit einem breiten Sandstrand belohnt, der nur bei Ebbe sichtbar wird.

  
  

Hier machen wir eine ausgedehnte Pause. Wir packen unsere Vorräte aus, lassen uns vom Wind durchpusten und beobachten die Surfer mit ihren bunten Boards. Kurz überlegen wir, ob wir uns auch ins kühle Nass wagen. Aber die freigelegten Klippen mit ihren Höhlen sind viel spannender. Außerdem reicht das kurze Bad der Füße im Wasser, damit wir bedient sind. Es kommt wohl nicht von ungefähr, dass die Surfer dicke Neoprenanzüge tragen *gg*. Wir sammeln Muscheln als Andenken und ich fülle ein kleines Fläschchen mit Sand. Ein lieb gewonnenes Ritual, wie ich es an jedem Strand tue.


Mit diesem besonderen Andenken an Cornwall machen wir uns schließlich auf den Rückweg. Eigentlich mag ich garnicht weg, denn hier ist es ganz nach meinem Geschmack. Rau, wild und wunderschön.
Den Rückweg treten wir über die Klippen an und verzichten auf den Rundweg. Denn der würde uns ein ganzes Stück an der Straße entlang führen. Nach dem wunderschönen Hinweg haben wir dazu nun wirklich keine Lust. Wir wollen uns lieber nochmal richtig durchpusten lassen und die raue Schönheit der cornischen Klippen genießen.


Der Strand

Trebarwith Strand“ liegt ca. drei Kilometer südlich von Tintagel und ist einer der leicht zugänglichen Strände im Norden von Cornwall. Der Strand gehört zum „National Trust“ und sein Name stammt vom cornischen Wort „Trebervedh Sian“. 

Der Strand ist fast eine Meile lang und besteht aus Sand. Überall ist er gesäumt von steilen Klippen und flachen Felsen. Als Strand kann man ihn aber nur bei Ebbe bezeichnen, denn bei Flut verschwindet er fast vollständig und es sind nur noch die Felsen direkt an den Klippen zu sehen. 

Dieser Umstand macht den Strand, bei aller Schönheit, auch gefährlich, denn nicht selten haben Besucher die Gezeiten nicht im Blick und werden von der Flut abgeschnitten.

Besonders spannend sind die Höhlen entlang des Strandes, in denen man durchaus Piratenschätze oder Überreste aus früheren Zeiten und Epochen vermuten könnte. Sie sind dunkel, tief und für Kinder bestimmt zum Gruseln.

Ansonsten ist der Strand besonders für Kinder spannend, denn überall gibt es Felsenbecken, in denen sich Krebse, Garnelen und kleine Fische beobachten lassen.

Ein Highlight dürfte er allerdings für Surfer sein, denn hier gibt es reichlich Wellen und einen natürlichen Schutz vor Wind durch die Klippen am südlichen Ende. 

Wer weder surfen, noch Meeresbewohner in Felsenbecken beobachten oder faul am Strand dösen möchte, der findet hier gleich zwei Möglichkeiten, Hunger und Durst zu stillen. Einmal in Form eines recht teuren Touri-Restaurants und einmal in einer Surfer-Bar. Wir haben uns in der Bar niedergelassen und hatten dort ganz viel Spaß mit den einheimischen Surfern, inklusive weiterer Geheimtipps.

Laut Wikipedia und diverser englischer Seiten, ist auch der Zugang zum Strand ein industrielles Erbe, da er speziell für die Bauern der Umgebung in den Fels gehauen wurde, damit diese Sand und Algen vom Strand holen konnten. Und interessant ist er wirklich, da sich rechts und links vom Weg die Klippen auftürmen und man das Gefühl bekommt, man tritt in eine andere Welt, sobald sich der Weg erweitert und man den Souvenirladen, die Bar, das Restaurant und diverse kleinere Häuser sieht.

Sogar durch Filme hat der Strand eine gewisse Berühmtheit erlangt. So war er 1974 in "The Seaweed Children", 1996 in "Twelfth Night", 1997 in "Oscar und Lucinda" und 2000 in "Saving Grace" Drehort.

You Might Also Like

0 Comments

Top Kategorien