Wetterwahnsinn am Schieder See
Am Wochenende waren wir bei meiner Brieffreundin und die hatte sich für Samstag eine schöne Wanderung um den Schieder See ausgedacht. Sie und ihr Mann sind ähnlich wanderverrückt wie wir, nur dass die beiden eher die Langstreckenläufer sind, während wir weniger Kilometer abspulen, dafür aber naturnäher unterwegs sind.
Eine gemütliche Strecke von 7,5 km mit Einkehrmöglichkeiten und Strand am Ende. Und wenn Anne “Strand” hört, kann die Tour noch so dämlich sei. Strand geht immer 😄
Los geht es bei blauem Himmel, Sonne und reichlich Wind, der den See regelrecht aufpeitscht. Das Wasser spritzt uns entgegen und kurz überlegen mein Mann und ich, ob wir wirklich noch in Deutschland sind oder schon in Schottland.
Keine 200 Meter weiter überlegen wir uns das nochmal, denn von jetzt auf gleich stürmt und schüttet es und es ist arschkalt. Also im Eiltempo zurück zum Café und den Schutt klatschnass aussitzen. Glücklicherweise hat das Kaffee einen Kamin, den die Besitzerin bereitwillig für uns räumt, damit wir uns aufwärmen und die Jacken trocknen können. Leicht bibbernd bestellen wir Kaffee, Tee und Kuchen und tauen langsam auf, bzw. trocknen wieder.
Gerade fertig mit Kaffee und Kuchen reißt es auf und wir ziehen weiter. Das Wetter scheint ein Einsehen mit uns zu haben und uns die Tour doch noch zu gönnen. Gut gelaunt schlendern wir am See entlang, quatschen, schießen Fotos von der Natur und uns. Ein kleines Ritual, wenn wir vier zusammen sind.
Während wir am Schieder See entlang laufen, zieht es wieder zu und 15 Minuten vom nächsten Café entfernt the same procedure. Starkregen, Hagel, Gewitter und wir wieder klatschnass. Ich zum Glück nur unten rum, denn heute trage ich zum ersten Mal meine neue Regenjacke. Eine Investition, die sich gerade bezahlt macht und ich freue mir einen Ast. Wir beschleunigen unsere Schritte, um bis zum nächsten Café nicht völlig durchzuweichen.
Im Café angekommen machen wir Pfützen, tropfen fröhlich vor uns hin und ernten mitleidige Blicke. Hier gibt es leider keinen Kamin, dafür aber eine amtlich bollernde Heizung und eine ganz liebe Bedienung, die uns hilft, die nassen Klamotten auf allen Heizkörpern des Cafés zu verteilen. Außer uns ist keiner so bescheuert, bei dem Wetter draußen herum zu laufen und alle anderen Gäste haben ihre Autos auf dem angeschlossenen Parkplatz. Weicheier 😄
Wir bestellen die nächste Runde Kaffee, Kuchen und Sandwiches und haben alle Zeit der Welt. Draußen schüttet es wie aus Eimern und wir trocknen langsam wieder.
Dann reißt es wieder auf und das Wetter gibt alles. Als wäre nie etwas gewesen, scheint die Sonne und der Himmel leuchtet in sattem Blau. Echt jetzt? Sind wir vielleicht doch in Schottland? Denn nur dort habe ich bisher so affenartig schnell wechselndes Wetter gesehen. Aber uns soll’s Recht sein. Wir sind gut gelaunt, laufen weiter und freuen uns, jetzt doch noch Glück mit dem Wetter zu haben.
Aber Pustekuchen.
Kaum los gelatscht das volle Programm, was das Wetter hergibt. Es schüttet, gewittert, hagelt und was das schlechte Wetter sonst noch so alles kann. Jetzt ist auch die Unterbuxe durch und weil wir nun nicht mal mehr die Hand vor Augen sehen, holt der Mann meiner Brieffreundin das Auto, während wir drei einen dritten Stop einlegen. Wir bibbern, tropfen, sind aber trotzdem bester Laune. Die Bedienung gibt alles, um uns wieder warm zu kriegen, serviert Tee, Kaffee und Kakao und dreht die Heizung hoch.
Schneller als gedacht ist der Mann meiner Brieffreundin wieder bei uns und wir sitzen schließlich tropfend und uns scheckig lachend im Auto.
Fazit und so
Das war mal Abenteuer 😄
Ich habe selten solche Wetterkapriolen erlebt, aber wir hatten dennoch reichlich Spaß.
Darüber hinaus ist der Weg zwar zum Großteil asphaltiert, gibt aber eine schöne Tour ab, wenn man tolles Wetter hat. Es gibt reichlich Möglichkeiten einzukehren und kurz vor Ende des Weges am Strand oder im Strandkorb zu liegen. Für Kids ist der Weg ebenfalls geeignet, da es nicht bergauf geht und man bei den Einkehrmöglichkeiten auch an die Zwerge gedacht hat. Es gibt Spielplätze, die Möglichkeit im Sand zu buddeln oder mit dem Tretboot über den See zu gondeln.
Wenn man also einen Weg sucht, der nicht anspruchsvoll ist, reichlich Einkehrmöglichkeiten bietet und für die gesamte Familie Spaß bringt, dann ist der Schieder See bestens geeignet.



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